• Achill Kind
  • 18. Juni 2026

Zukunft trifft auf Zukunft: Oberschüler*innen werden zu Klima-Coaches

Am 10. und 12. Juni engagierten sich die 3. Klassen der Oberschule Vaduz gemeinsam mit JugendEnergy im Klimabotschafter*innen-Workshop.

Beim Klimabotschafter*innen-Workshop von «JugendEnergy» übernahmen Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen der Oberschule Vaduz die Rolle von Klima-Coaches und führten Primarschulkinder aus Schaan und Vaduz durch selbst entwickelte Lernstationen. Der Workshop ist Teil eines Erasmusprojekts für die Jahre 2026 bis 2027, das vom Verein «Dream Building Network» initiiert wurde und partizipative Projekte, Talente sowie die Persönlichkeitsentwicklung an der Oberschule Vaduz fördern möchte. Ziel des Klimabotschafter*innen-Projekts ist es, klimarelevantes Wissen altersgerecht weiterzugeben und gleichzeitig eine neue Form des Lernens zwischen Kindern und Jugendlichen zu fördern.

«Das Handeln ist zentral. Sie können wirklich etwas ausprobieren, haben dabei Freude und lernen so die Oberschüler*innen kennen. Ich finde es schön, dass man Projekte macht, bei denen die Kinder zusammenarbeiten können», sagt Sabine Mathis, schulische Heilpädagogin.

Schülerinnen und Schüler schlüpfen in die Lehrerrolle

Die Jugendlichen der OSV bereiteten die Inhalte in zahlreichen Vorbereitungsstunden eigenständig vor und setzten sich dabei vertieft mit den Themen Umwelt, Energie und Klima auseinander. Dabei entstanden eigene Plakate, Experimente und Aufgaben.

Die Schüler*innen übernehmen Verantwortung und setzen sich aktiv mit Fragen einer nachhaltigen Zukunft auseinander. Sie gestalten den Verlauf des Workshops selbstständig mit und wachsen dabei in die Rolle von Lehrpersonen hinein. Mit viel Engagement vermitteln sie ihr erworbenes Wissen und regen die jüngeren Kinder dazu an, sich mit ihrem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen.

«Man merkt, dass sich die Schülerinnen und Schüler extrem ins Thema eingearbeitet haben und Freude daran haben, es auch den jüngeren Kindern beizubringen», bemerkt Claudia Beck, Schulassistentin der Primarschule Schaan.

Lernen durch Erleben

Die Primarschulkinder stehen im Mittelpunkt der von den Jugendlichen entwickelten Workshops. Spielerisch setzen sie sich mit Themen wie Energiegewinnung, Konsumverhalten und Umweltschutz auseinander. Die abwechslungsreichen Stationen bieten zahlreiche Möglichkeiten zum Mitmachen, Ausprobieren und Experimentieren.

Die Oberschülerinnen und Oberschüler haben die einzelnen Stationen so konzipiert, dass die Kinder auf unterschiedliche Weise gefordert und gefördert werden. Dazu gehören unter anderem Rollenspiele zum Konsumverhalten, eine Design-Station, eine Kino-Ecke sowie Experimente zu Biogas, Solarenergie, Windkraft und Mobilität.

«Ich finde es wahnsinnig, was sie entwickelt haben, wie viel Mühe sie sich gegeben haben und was dahintersteckt», kommentiert die schulische Assistenz Michaela Hasler über die 3. Stufe der OSV.

Peer-to-Peer im Zentrum des Lernerfolgs

Dass nicht Lehrpersonen, sondern Jugendliche den Workshop durchführen, hat einen klaren pädagogischen Hintergrund: Wenn Schülerinnen und Schüler in die Lehrerrolle schlüpfen, begegnen sich die Kinder auf Augenhöhe und lernen voneinander. «Kinder passen viel besser auf, wenn ihnen etwas ebenfalls von Kindern erklärt wird», meint Rebecca Quaderer, Lehrerin der Mittelstufe.

Das Feedback der Primarklassen bestätigt diesen Ansatz mit überwiegend positiven Rückmeldungen. Besonders geschätzt wurden die spielerische Gestaltung, die abwechslungsreichen Stationen sowie das Auftreten der OSV. Viele Kinder gaben zudem an, Inhalte lieber von Jugendlichen vermittelt zu bekommen.

Die Rückmeldungen zeigen auch erste Wirkungen. Einige Kinder nahmen sich vor, bewusster mit Energie umzugehen, Strom zu sparen oder häufiger mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Insgesamt äusserten viele den Wunsch, sich künftig stärker für den Schutz der Umwelt einzusetzen.

Doch das Engagement der Jugendlichen beschränkt sich dabei nicht auf den Klimabotschafter*innen-Workshop. Im Rahmen des «CodingLab» setzen sich Schülerinnen und Schüler ebenfalls mit den Themen Umwelt und Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen auseinander und greifen diese im Gamingbereich auf. Dabei entwickeln sie eigene digitale Spiele, die von anderen Kindern und Jugendlichen gespielt werden können, um das Bewusstsein für diese Themen zu stärken.

Die partizipativen Projekte zeigen, wie unsere Zukunft gestaltet werden kann. Junge Menschen übernehmen Verantwortung, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam Ideen für eine nachhaltigere Welt.

Kategorie/n :
OSV