Am 30. Mai 2016 wurde zum ersten Mal der Mint-Award an Schülerinnen und Schüler der liechtensteinischen Realschulen verliehen. Ein Award, der für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht. Gewonnen hat die Realschule Vaduz mit dem Projekt «BBQ-Smoker».

Emilia und Jacqueline erreichen mit ihrem Projekt den tollen 3. Rang.

Die glücklichen Sieger – Florian und Luca – zusammen mit Klaus Risch (Präsident LIHK), Brigitte Haas (LIHK) und Schulleiter Peter Hilti.

Ein BBQ-Smoker, eine farbige Blubberlampe, ein Elektrofahrzeug, ein Sofa aus Paletten und ein Longboard. All das haben Schülerinnen und Schüler von liechtensteinischen Realschulen selbst gebaut. Der Arbeitsaufwand war gross. Die Freude, dass es funktioniert, umso grösser. Diese Mühe muss belohnt werden, da sind sich die liechtensteinischen Realschulen, die Arbeits-Gruppe IndustrieLehre (Agil) und die Liechtensteinische Industrieund Handelskammer (LIHK) einig. Gemeinsam haben sie sich das Ziel gesetzt, bei Schülerinnen und Schülern die Freude an sogenannten Mint-Fächern zu wecken. Mint steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Durch die Zusammenarbeit sollen der schulische Unterricht bereichert und der Zugang zur praktischen Umsetzung ermöglicht werden.

Tagelanges Arbeiten

Die Spannung war gross. Was haben sich die Jugendlichen wohl ausgedacht? Hat alles funktioniert? Und was ist schiefgegangen? Diese Fragen beantworteten die Realschüler in ihren Präsentationen. Langweilig waren diese auf keinen Fall. Schon der Beginn mit den farbig leuchtenden Blubberlampen von Emilia Batista Marques und Jacqueline Kamer war spektakulär. Es war Musik zu hören und man sah, wie die beiden Schülerinnen ihre Hände über den beiden Lampen bewegten. Wie Zauberer. Und dann kam der Moment: Die schwarzen Tücher fielen auf den Boden und die Blubberlampen gingen an ? und leuchteten im dunklen Raum. Andere kamen gleich mit ihrem Projekt zur Leinwand gefahren ? ein wasserfestes Longboard aus Metall mit LED-Lichtern auf der Unterseite. «Für mich wurde in Zürich extra ein Kleber getestet», erzählte Fabio Hilti.

Daniel Wachter und Ebu Bekir Helvaci verliessen den Raum nach der Präsentation mit ihrem selbst gebauten Elektrofahrzeug. Sie konnten sich mithilfe eines Sponsors eine starke Batterie leisten. Rahel Büchel und Anica Hofstetter waren bescheidener und konnten ein Sofa aus Paletten mit nur 30 Franken erstellen. Ihr Motto war «Aus Alt mach Neu». Beim BBQ-Smoker wurde mithilfe von Rauch gezeigt, dass er auch wirklich funktioniert. «Grillen dürfen wir hier heute Abend leider nicht, auch wenn wir wissen, dass Sie lieber ein Stück Fleisch hätten», scherzten Florian Ritter und Luca Konrad.

Bei den Präsentationen gingen die Realschüler ins Detail, wie sie ihr Projekt umgesetzt und weshalb sie sich dafür entschieden haben. Bei der Vorbereitung der Präsentation dachten die Jugendlichen an jede Kleinigkeit, wie Remo Kluser, Agil-Mitglied und Leiter der Hilti-Berufsbildung, verriet: «Einige massen mithilfe eines Lasergeräts den Lift der Hilti aus, ob sie ihr Projekt überhaupt mitbringen können.»

Die Motivation: das Fleisch

Nach den Präsentationen zog sich die Jury zurück. Die Band Second Page unterhielt derweil den vollen Saal. Die Jugendlichen sassen angespannt auf ihren Stühlen und warteten auf das Ergebnis. Bevor dieses jedoch verkündet wurde, erhielten jene Realschüler, die ebenfalls ein Projekt eingereicht hatten, ein Zertifikat. Insgesamt waren es nämlich zwölf Projekte. In einer Vorjurierung musste sich die Jury jedoch auf fünf Projekte einigen, welche gestern Abend präsentiert werden durften. «Alle Teilnehmer sind Gewinner», sagte LIHK-Präsident Klaus Risch.

Und dann war es so weit: Der BBQ-Smoker von Florian Ritter und Luca Konrad überzeugte die Jury. Somit gewann die Realschule Vaduz den ersten Mint-Award ? einen Wanderpokal. Die beiden Schüler ? die eine Schürze mit ihrem BBQ-Smoker und sich selbst trugen ? freuten sich über ihren Sieg. Ihre Motivation war zwar nicht die Arbeit, sondern das Essen ? das Fleisch. Dieses schmeckte ihnen als Sieger ? mit einem Pokal und einem Preisgeld ? bestimmt noch besser als zuvor.

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